Die drei Fragen am Ende des Schulalltags      
 

18.09.2010

Heute werden zur Reflexion des Unterrichtens speziell dafür geeignete Instrumente herange-
zogen. Diese eignen sich ausgezeichnet für Vergleiche und Statistiken. Um aber im Dialog mit
den Kindern und mit sich selber zu bleiben sind die alten Fragen der Pädagogik wichtig.
Sie befassen sich mit dem Menschen, mit der Lernfreude und Lernbegeisterung, mit dem Geist, der beflügelt oder lähmt.
Diese ganz einfachen Fragen schärfen die Beobachtung, verfeinern die Selbstreflexion und
optimieren den Unterricht. Es entsteht mit der Zeit ein eigenes pädagogisches Tagebuch, das
nicht nur die Entwicklung der Kinder, sondern auch die der Lehrperson abbildet.

Vorgehen
Die Kinder haben sich verabschiedet. Du sitzt alleine am Pult, vor Dir die Namenliste
und drei Farbstifte

1 Welches Kind ist besonders aufgefallen, welches Kind hat sich heute nie geäussert,
von welchen Kindern weiss ich nichts?

2 Welche Fächer/Themen/Arbeitsformen begeisterten die Klasse, welche fielen durch,
welche verliefen blutleer?

3 Notiere kurz: eine lustige Episode/Situation, eine nachdenkliche, eine unverständliche
und schreibe Dir je eine spontane Frage dazu auf!
Halte das Datum und den Wochentag fest!

Ich garantiere Dir, dass Du durch dieses Tagebuch von vielem entlastet wirst, Dich besser
konzentrieren kannst, hellhöriger wirst und erst noch Spass daran entwickelst, eine Art Feld-
forschung in Pädagogik und Unterrichtsentwicklung zu betreiben.

Zudem erhältst Du Dir die Freude am Beruf und bleibst frisch und gesund. Die Schülerinnen und Schüler aber lernen fürs Leben, sie haben bei Dir erfahren, dass mit Respekt und Rücksicht der Boden für eine Kultur gelegt ist. Die tägliche Anreicherung mit der Phantasie aller macht Eure gemeinsame Schulzeit
zu einem Erlebnis.

Maria Tresa Splett-Sialm

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