Januar und Pädagogik      
 

05.01.2011

Einmal kommt das Adieusagen,
einmal hört man auf zu fragen,
einmal ist der Szene Schluss,
aus der lange Musenkuss.

Tausend Noten schrecken fort,
tausend Blätter, Wort für Wort,
tausend Bilder bleichen aus,
tausend Blicke ziehn durchs Haus.

Treppen, Stufen, Wände, Gänge,
Augen, Ohren, jede Menge
Luft und Lärm und Ruck und Zack
eingeschnürt im grossen Pack.

Viele gute reiche Stunden,
aber auch Gehetz und Wunden
alte Hunde, die begraben.
Leute, die sich daran laben.

Immer ist's das gleiche Lied
Was man liebte, was man mied,
was man dachte, tat und schuf,
macht noch lange nicht den Ruf.

Nur im Herzen blüht der Garten
der gewachsen ist im Warten,
der die Blüten treibt ans Licht:
"Du, vergiss das Leben nicht!

Schau, wie's raucht und dämpft und knallt!
Wie's Dich ruft und packt und schallt:
Offen ist das Feld, kommt her,
Luft und Sonne, Erde, Meer.

Lehrt neu atmen, tanken, schöpfen,
längst Gewesnes in den Töpfen
der Vergangenheit vergoren,
aufzusteigen, neugeboren."

Maria Tresa Splett-Sialm

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