10.05.2010
Gedanken zu
„ NZZ Nr. 89, Feuilleton, Abschied vom pädagogischen Schonraum?
„Die Kultur des Internets zwingt uns, Kinder und Jugendliche schneller auf die reale Welt vorzubereiten.“ Allan Guggenbühl“
Das Internet hat keine Kultur. Für mich kann nur ein Mensch, eine Familie, eine Rasse, eine Nation Kultur schaffen, entwickeln, weitergeben. Kultur umfasst den ganzen Menschen.
„Die unheimliche Faszination der Gewalt, die Anziehungskraft der Pornografie, die mögliche Freude an Zerstörung oder Täuschung müssen zu Themen der Bildung und Erziehung werden.“
Allan Guggenbühl
Alles, was man nicht besprechen kann, liegt auf. Der gesunde Mensch braucht den unmittelbaren Dialog. Ich behaupte, dass nur dort, wo Kinder und Jugendliche kein Gegenüber haben, ihre Persönlichkeit gefährdet ist.
Sinnesfreudigkeit, Lebenslust, Lebensfreude und Lebenssinn wachsen und gedeihen im Elternhaus, ebenso die Erfahrung, dass Konfliktsituationen normal sind, ausgehalten und manchmal bewältigt werden können. Tausende von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz geniessen das reale Leben, füllen es, gestalten es und bewegen sich gekonnt in der virtuellen Welt, weil ihr tägliches Umfeld mehr als Materialismus zu bieten hat, nämlich Zuwendung, Vertrauen und Geist, auch die Herausforderung, Lebensqualitäten entwickeln zu müssen.
Es liegt an der vorangegangenen Generation, wenn die Jugend desorientiert ist. Wer stellte und stellt ihnen Aufgaben, erteilte und erteilt Aufträge, gab und gibt ihnen Mitverantwortung, gewährte und gewährt Selbstbestimmung?
Das Grundgerüst eines Menschen ist die Liebe zu sich, zum Nachbarn, zum Schöpfer. Das sind die Themen, die das Feld bieten, wo Kinder und Jugendliche Kultur entwickeln können.
Maria Tresa Splett-Sialm
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