Die öffentliche Schule als Lebensvorbereitung      
 

20.04.2010

„Die Lehrerhasser, Die Katastrophenschule, Was die Schule alles versäumt...“
Wie Pilze schiessen die Demontagebücher aus dem Boden.
Ich bin als Pädagogin eine unverbesserliche Optimistin und grosse Verfechterin der öffentlichen Schule: Was da alles möglich ist! Keine Einrichtung bietet eine bessere Lebensvorbereitung.
Erfolg- Misserfolg, Gerechtigkeit- Ungerechtigkeit, Freundschaft- Feindschaft, Lob- Tadel,
Überflieger- Langsame, Langeweile- Spannung- etc. etc. Genau so wie es nachher abgeht im Leben.Kein Zuckerschlecken, aber auch keine Jauchegrube.

Und stellen Sie sich vor, niemand bezahlt zusätzlich. Alles, was über das Pflichtenheft hinausgeht, und das ist viel, ist gratis.
Gemeinschaftskitt, vorhandenes Klassenpotential, wache intelligente begabte Lehrpersonen und schon ist das Schiff auf See. Wenn die Eltern dann vom Ufer aus- Deck und Kabinen übernehmen die Kinder, manchmal auch die Navigation, in Eigenverantwortung, auch mit Aussicht auf Wellengang und Sturm- interessiert mitdenken, miteifern, ihre Kinder loslassen, sie aber im Herzen tragen und auf ihre eigene Aufbauarbeit während der ersten Jahre vertrauen und ihnen das höchste Gut gewähren, nämlich Zeit und Zuwendung, dann müsste es doch gelingen, das Abenteuer Schule.

Was Eltern sich zu allen Zeiten merken mussten, auch wenn dies kurzzeitig schwer verdaulich ist, da der akademische Anstrich besser daherkommt als die sichtbare Backsteinmauer, ist:
Die Summe der Qualitäten machen letztlich den Menschen aus. Dies zu beherzigen ist jetzt angesichts der Gymnasiumsvorbereitungshysterie eine Pflicht den Kindern gegenüber, deren Recht auf Entwicklung des eigenen Seins und Potentials im Mittelpunkt steht. Bildung ist mehr als Wissen, Intelligenz vielschichtiger als gute Zeugnisnoten. So wenigstens spricht das Leben.
Die Chancengleichheit ist die grosse Lüge, das Recht auf immerwährende Chancen eine Pflicht der Verantwortlichen.

Maria Tresa Splett-Sialm
Mein Leserbrief Landbote Mitte März

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